Reisebericht Äthiopien – Weihnachten mit den Armen

Reisebericht Äthiopien – Weihnachten mit den Armen

Reisebericht von Schwester Hatunes letzter Reise im Jahr 2016 nach Äthiopien

Die letzte Reise in diesem Jahr hat mich in eines der ärmsten Länder der Welt, nach Äthiopien, geführt. Vom 16. bis zum 22.12. war ich in den Städten Addis Abeba und Gonder um dort die Ärmsten der Armen zu bescheren.

Äthiopien die Insel der Christenheit

Äthiopien, mit der Hauptstadt Addis Abeba, ist ein mehrheitlich christliches Land. Schon seit dem 3. Jahrhundert konvertierten die Menschen zum Christentum und deshalb ist Äthiopien eines der ältesten christlichen Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Äthiopien ist niemals von den Europäern kolonisiert worden und heute stellen die Christen mit 70% die Mehrheit. Die muslimische Bevölkerung liegt bei etwa 30 Prozent. Aber Äthiopien ist wie eine christliche Insel mitten unter muslimischen Ländern wie Sudan oder Somalia. Seit einiger Zeit haben die Konversionen zum Islam zugenommen, insbesondere unter den Armen, wie dies an so vielen Orten auf dieser Welt passiert.

Leider ist die Kluft zwischen den vielen Armen und wenigen Reichen in diesem Land gewaltig. Und so hatten wir uns zum Ziel gesetzt, die Ärmsten der Armen in diesem Jahr zum Weihnachtsfest zu beschenken. Die Schwester Hatune Stiftung in Äthiopien wird von Dubai aus geleitet und organisiert, aber vor Ort bilden sich Schritt für Schritt Hilfsstrukturen durch unsere ehrenamtlichen Helfer.

Von Jesus – durch mich

In der Nähe meines Hotels in Addis Abeba befand sich der sog. Dom, die Marienkirche, das erste Ziel nach meiner Ankunft, vor der sich in einem Radius von 200 Metern rund um die Kirche hunderte in weiße Tücher gekleidete, tiefgläubige Menschen versammelt hatten. Ein beeindruckender Anblick! Erschreckend die große Anzahl der vielen Obdachlosen, denen ich als Weihnachtsgeschenk etwas Geld, umgerechnet etwa 20 Euro, auf die Hand gab und ihnen sagte ‘das ist von Jesus durch mich’.

Das ist von Jesus durch mich

Anschließend besuchte ich kurz das Nationalmuseum von Addis Abeba. Seit 2013 wird dort das Skelett von ‘Lucy’ ausgestellt, die als Urmutter der heutigen Menschen gilt und deren Knochen 2,3 Millionen Jahre als sind.

Ein Besuch bei Lucy im Nationalmuseum

Mein nächstes Ziel war die St. Stephanus Kirche, hier leben unter einer Brücke zahlreiche junge Menschen, die Ärmsten der Armen. Auch ihnen wollte ich zu Weihnachten Gutes tun unter dem Motto meiner Reise ‘Weihnachten mit den Armen’. Ich gab den Kranken Geld, damit sie mit dem Taxi ins Krankenaus fahren und sich behandeln lassen können. Meine ehrenamtlichen Mitarbeiter versprachen dafür Sorge zu tragen. Am meisten berührte mich das Schicksal eines 22-jährigen Mädchens. Sie war, nachdem ihre Mutter gestorben war, gänzlich auf sich alleine gestellt. Meine Helfer und ich trafen die Entscheidung, dieses Mädchen nach Deutschland zu holen, um ihr ein geschütztes Leben zu geben. Bis wir aber die Ausreisepapiere erhalten,wird sie in einem Zimmer wohnen, das wir ihr besorgt haben, damit sie im März oder April dann hoffentlich ihre Reise nach Deutschland antreten kann.

Hilfe zur Selbsthilfe in Gonder

Am nächsten Tag flog ich 700 Kilometer in Richtung Norden, in die Stadt Gonder in der Region Amhara. In Begleitung meines Helfers Michael traf ich mich mit Pater Gabriel um zu planen, wem wir mit welchen Mitteln helfen können.

Als erste Kirchenfrau traf ich den Bischof von Gonder und erklärte ihm unseren Plan „mit der Hilfe Gottes eine starke Brücke zwischen arm und reich zu bauen“. Der Bischof ist ein bescheidener Mann und verwaltet rund 5000 Gemeinden. Er gab uns Tipps und Ideen wie man am besten helfen kann.

Treffen mit dem Patriarchen

Wir entschieden uns als Soforthilfe den Ärmsten der Armen zu essen, zu trinken und medizinische Hilfe zu geben und ihnen dabei zu helfen sich durch den Anbau von Gemüsesorten und Getreide langfristig selbst zu helfen. Dabei fiel uns auf, dass die Menschen keinerlei Idee hatten, was sie mit dem fruchtbaren Boden anfangen sollten. In Äthiopien leben ca. 90 Millionen Menschen, die meisten auf dem Land. Das Land ist eigentlich fruchtbar und könnte mit den richtigen Hilfsmitteln, Brunnen, Saatgut, ertragreich bewirtschaftet werden.

Hilfe für die armen und kranken Menschen in Addis Abeba und Gonder

Auch unser nächstes Projekt sollte unter dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe stehen. Wir wollen durch Bildung Wohlstand in der Gesellschaft erzeugen. Computerkurse, Nähschulen, das Haus der Schwestern soll diese Fortbildung weiterführen. Wir versprechen uns davon eine Art Dominoeffekt, der auch in andere Teile des Landes überschwappt und so auch den Einfluss des Islams, der sich hauptsächlich an die armen Christen wendet und diese konvertiert, zurückdrängen wird.

Das Priesterseminar in Gonder soll zu einem weiteren Projekt unserer Stiftung werden. Die angehenden Priester leben in unvorstellbarer Armut, ohne Strom und Wasser, manche auf Plastikmatten liegend, andere in 4-5 Hochbetten in einem Zimmer untergebracht. Durch Spenden könnten wir Teppiche oder Matratzen zur Verfügung stellen, um die schlimmen Lebensbedingungen ein wenig menschenwürdiger zu machen.

In Gonder ist ein Team vor Ort, das großartige Hilfe auf ehrenamtlicher Basis leistet. Wir konnten 115 Familien mit Nahrung helfen und werden auch in der Zukunft weiter am Ball bleiben. Ein Projekt, das uns sehr am Herzen liegt, ist der Bau einer Schule. Dafür brauchen wir Spenden, um das Projekt finanzieren zu können.

Zurück in Addis Abeba stand noch der Besuch der deutschen Botschaft auf meinem Reiseplan. Obwohl der Botschafter nicht anwesend war sagte man mir, dass man stolz auf die Stiftung sei und dass man helfen wolle.

Der letzte Termin war eine Vollversammlung der Stiftungsmitglieder auf der auch zukünftige Projekte besprochen wurden. So wollen wir beispielsweise ein Waisenhaus unterstützen, in dem 270 Mädchen von Ordensschwestern betreut werden. Dafür benötigen wir insbesondere Unterstützung aus Deutschland. Weitere Hilfen wollen wir dem eingangs erwähnten Priesterseminar geben, für Anbauprojekte, zum Brunnenbau und für die Ausbildung.

Bildung für die Mädchen – Hilfe zur Selbsthilfe

Und nun noch ein abschließendes Wort zum neuen Jahr 2017.

Liebe Freunde, wir bitten Sie nochmals um Spenden auch für diese Projekte in Äthiopien. Ich wünsche Ihnen allen Frieden und Freude im Jahr 2017 verbunden mit der Hoffnung, dass das neue Jahr friedvoller wird als das vergangene Jahr. Jesus ist der Versöhner, der alle Menschen gleichermaßen liebt und allen Frieden gibt.

 


Schwester Hatune

 

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